Städtische Galerie Villa Zanders

Faszination Tanz

Neben Landschafts-, Tier- und Porträtdarstellungen, für die er sich der Zeichnung und des (Farb-) Holzschnittes bediente, war Gorrés großes Thema fraglos das Theater und die bevorzugte Technik das Aquarell.

Vordergründig mag seine Leidenschaft für Ballett und Tanz etwas mit seinem persönlichen Schicksal zu tun zu haben. Ihn, dessen Aktionsraum durch Krankheit stark eingeschränkt war, faszinierte das, was ihm selbst verwehrt war: Motorik, Dynamik, Geschwindigkeit, Beweglichkeit, körperliche Umsetzung von Rhythmus und Musik.

Gorré
Wilhelm Gorré, Szene aus „Milovan”, 1972


Doch diese Faszination setzte schon viel früher ein. In Kölner Ballettsälen versuchte Gorré unter abenteuerlichen Bedingungen, alles das in ästhetischen Stenogrammen fest zu halten, was sich ihm an flüchtiger Impression einprägte. Mit raschen Pinselschwüngen charakterisierte er Bewegungsabläufe, Posen, Haltungen von Tänzern. Die Hand vollzieht mit dem Pinsel auf dem Blatt die Dynamik des Geschehens auf der Bühne nach, nicht im Sinne einer Illustration, eher in der Art eines Diagramms.

Die Körperlichkeit der Tänzer wird dabei so stark zurückgenommen, das abstrakte Formenkürzel entstehen. Die menschliche Figur wird zur Arabeske, ganz Zeichen im Sinne einer abstrakten Formfindung.